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Flandern
Der vor dem Wasser floh
Flandern grenzt im Norden und im Osten an den heutigen Staat Niederlande und erstreckt sich von der Nordsee bis nach Kempen, einer vor allem mit Heidelandschaften und Pinienwäldern bedeckten großen Tiefebene.
Der Name "Flandern" taucht erstmals im 8. Jahrhundert auf. Dort bedeutete Flandern "überschwemmtes Gebiet", Flame "der vor dem Wasser floh". Noch um die erste Jahrtausendwende hatten Brügge, Bergues oder Saint-Omer Seehäfen. Ab da verlandete die Küste, das Meer hinterließ große Sumpfgebiete, die von Mönchen zur Ackergewinnung trockengelegt wurden. Heute verhindert ein lückenloses System von Deichen, Poldern, Kanälen und Wasserpumpen Überschwemmungen. Yser, Lilie, Escaut, Dendre, Dyle, Démer und Maas entwässern die Landschaft; die Kanäle von Albert, von Willebroek und die Kanäle von Kempen, von Brügge und von Gent sind auch für große Schiffe befahrbar.
Kulturelle Hochlande
Vier Weltstädte der Kunst auf engstem Raum, das gibt es nirgendwo sonst: Brüssel, Hauptstadt des Königreichs Belgien und in gewisser Weise Europas; Brügge, die "Schöne Flanderns" und "Venedig des Nordens"; Antwerpen, die alte Handelsstadt an der Schelde – und Gent, die Hauptstadt des historischen Flanderns, einst als mächtigste Stadt nördlich der Alpen bekannt.
Der Rang Flanderns in Kunst und Musik wird mit demjenigen Italiens verglichen. Mit der wirtschaftlichen Blüte zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert war auch eine Blüte der Künste verbunden. Burgundische Herzöge machten sich zu Mäzenen, die den Künstler vom Handwerker zum Schöpfer erhoben. Peter Paul Rubens, Pieter Bruegel der Ältere und René Magritte waren Belgier.
Das Königreich Belgien entstand 1830 unter dem Eindruck der Pariser Julirevolution; die europäischen Großmächte garantierten ihm Neutralität nach Schweizer Muster, die jedoch im ersten und im zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen missachtet wurde; das flandrische Ypern erlangte traurige Berühmtheit durch den erstmaligen Kriegseinsatz von Giftgas.
Belgien, Holland und Luxemburg einigten sich nach dem Krieg auf die Zollunion Benelux. Die Gegensätze zwischen Flamen und Wallonen bestimmen das innere Klima Belgiens bis heute.
Ein Luftbild von 1918 zeigt Ypern verwüstet wie Hiroshima. Winston Churchill, damals britischer Kriegsminister, wollte Ypern als Ruine belassen - als ewiges Mahnmal. Denkmalpfleger, Politiker und Einwohner ließen die wichtigsten Gebäude jedoch im altflämischen Stil genau rekonstruieren. Schmale Häuser mit Schmuckfassaden und Treppengiebeln säumen den "Grote Markt" der ehemaligen Festungsstadt, deren Wohlstand im 13. Jahrhundert von Tuchhandel herrührte. Heute sind diese Gebäude Hotels und Restaurants.
Flämische Traditionen
Im französischen Städtchen Cassel gibt es Riesiges: Die kopfsteingepflasterte Grand' Plac und Reuze Papa und Reuze Maman, die Riesen von Cassel. Jede Stadt Flamens nennt solche Riesen aus Pappmaché und Holz ihr Eigen. An den Feiertagen tragen schweißbedeckte Männer die Sechsmeterkolosse durch die engen Gassen. Sie sind der traditionelle Stolz der Bürger und die Stars der Volksfeste.
Genau wie das Bier, von dem es 400 regionale Sorten gibt. Namen wie "Plötzlicher Tod", "Straffer Hendrik", "Judas" und "Lucifer" sagen alles.
Bredene ist der Ort unserer heutigen Empfehlung. Schon wer nach Bredene hinein fährt, fühlt sich ganz wie zu Hause. Die weite Polderlandschaft strahlt die Ruhe aus, die man nach einer anstrengenden Arbeitswoche sucht.
Herrliche Dünen und ein breiter Sandstrand sind die perfekten Zutaten für die große Kulisse der belgischen Küste bei Bredene, wo der Ferienpark Zeewind II liegt. Er bietet alles, was das Urlauberherz begehrt.
Unser Ferienhaus-Tipp
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