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Midi-Pyrénées

Eine neue Region

Die Region Midi-Pyrénées entstand 1960, als Frankreich sich in Verwaltungs-regionen gliederte, die nach und nach an Selbstständigkeit gewannen. Der südliche Teil von Aquitanien, der nordöstliche Teil der Gascogne und der nordwestliche Teil des Languedoc bildeten das neue Gebiet, das an Spanien und Andorra grenzt.

Causses

Causses werden die um 1.000 Meter hoch liegenden Karstlandschaften des französischen Zentralmassivs genannt. Der geringe, oft ganz fehlende Baumbestand – dasselbe gilt für Siedlungen – und die Unfähigkeit des Kalksteins, Regenwasser festzuhalten, machen die Causses strichweise zur Steppe, fast zur Wüste, immer aber beeindruckend. Die häufigen Hügel und Felsformationen lassen die oft gehörte Bezeichnung „Hochebene“ verwunderlich erscheinen.

Cahors

Cahors mit seinen 20.000 Einwohnern ist der Verwaltungssitz des Départements Lot. Der Stadtname geht auf den Stamm der Cadurques zurück, der in der Region Quercy siedelte. Im Mittelalter war die Stadt bereits Bischofssitz und zu dieser Zeit durch Handel wohlhabend. Seine Blüte erlebte die Stadt im 13. Jahrhundert, als sie zum ersten Börsenzentrum Europas wurde. Nach dem Hundertjährigen Krieg fiel sie jedoch an England. Als sie zu Beginn des 15. Jahrhunderts wieder französisch wurde, hatte sie Reichtum und Bedeutung eingebüßt. Ihre Bürger leben von Bürokratie, Dienstleistung, Trüffelproduktion und vom weithin bekannten Wein. Der wird seit den Zeiten des römischen Imperiums hier angebaut und war zu den mittelalterlichen Hochzeiten Cahors ein Exportschlager, wegen seiner dunklen Farbe bekannt als der „Schwarze Wein von Cahors“. Nach dem Niedergang der Stadt übernahm jedoch Bordeaux die Rolle des führenden Weinproduzenten – bis 1850, als der Mehltau im Bordelais wütete, Cahors aber verschonte. Schnell nahm die Weinproduktion um ein Drittel zu, doch die Reblaus setzte der traditionell angebauten Malbec-Traube arg zu; sie wurde zum Teil durch den robusteren und ertragreicheren Jurançon ersetzt, der allerdings seit 1996 nicht mehr zugelassen ist. Das neuerstandene Renommee des Cahor gründet sich auf Winzergenossenschaften, die wieder den traditionellen Malbec anbauen, der auch in den Verschnitten zu wenigstens 70 % beteiligt sein muss.

Die Teufelsbrücke

Wichtigste Sehenswürdigkeit von Cahors ist die Valentré-Brücke über den Fluss Lot, der die Stadt wie ein U einschließt. Die als Gesamtbau über 170 Meter lange und 40 Meter hohe Brücke mit ihren fünf Pfeilern und den Torburgen mit Schießscharten für Bogenschützen zählt zu den schönsten mittelalterlichen Befestigungsanlagen. Obwohl ihr Bau zu den Blütezeiten von Cahors am Anfang des 14. Jahrhunderts begonnen wurde, zog er sich fast über das ganze Jahrhundert hin; am Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie umfassend restauriert. Heute zählt sie als Teil des Jakobswegs zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ihr gelegentlich zu hörender Name „Teufelsbrücke“ geht auf eine Legende zurück, die in ähnlicher Form in vielen Kulturen bekannt ist: Der Baumeister der Brücke habe seine Seele dem Teufel verschrieben, falls dieser beim Bau der Brücke behilflich sei. Als der Teufel seinen Lohn einforderte, forderte der Baumeister ihn auf, mit einem Sieb Wasser für die Arbeiter zu holen, was dem Teufel nicht gelang.
Der Architekt Paul Gout ließ während der Restaurierungsarbeiten 1879 einen behauenen Schlussstein einsetzen, der den Teufel darstellt, wie er aus Rache jede Nacht den Schlussstein stiehlt, der der Legende nach am kommenden Tage von Maurern ersetzt werden musste.

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